In Kalgoorlie-Boulder spürt man den Reichtum des Goldes. Die Infrastruktur ist hervorragend. Der Hammond Park ist hierfür ein tolles Beispiel. Ein perfekt angelegter Picknickplatz, bei welchem wir unsere Nuggets „gold-braun“ brutzelten. In Australien allgemein gibt es in fast jeder Stadt BBQ Grillstellen, mit großer Edelstahlplatte und kostenfreiem Gas. Hier gab es noch einen riesigen Kinderspielplatz sowie einen Kleintierzoo mit Emus, Pfauen und tollen bunten Vögeln, als auch einen nett angelegten Teich.

Die Fassaden der Häuser versprühen ein typisches Flair einer Goldgräberstadt. Atemberaubend ist der Blick in die Super Pit. Im Tagebau wird hier das Gold seit Jahrzehnten immer noch abgebaut. Das Erdloch hat mittlerweile eine Länge von 3,5 km und eine Tiefe von 350m. Aus der Grube schleppen sich die megagroßen Lastwagen mit 200t Schutt die am Kraterrand entlangschlängelnde Straße hinauf. Die Riesenbagger beladen die Lastwagen mit wenigen Schaufelladungen. Von sieben Lastwagen bringt nur einer ca. ein halbes Kilo Gold hoch. Für eine komplette Tour eines Lastwagens mit be- und entladen benötigt dieser bis zu eine Stunde. Von der Aussichtsplattform hat man den Eindruck einem Gewusel einer „Miniaturbaustelle“ zuzuschauen. Die gewaltigen Dimensionen täuschen aus der Entfernung vom Beobachtungspunkt.

Am Airport besuchten wir noch kurz die Station des Royal Flying Doctor Service. Vom R.F.D.S werden in ganz Australien 21 Stationen mit 61 Flugzeugen betrieben. Der kurze Film war sehr informativ. Es werden nicht nur Notfalleinsätze geflogen, sondern auch Flüge für die medizinische Grundversorgung im entlegenen Outback, z.B. für Impfungen. Von Kalgoorlie fliegen die Einsatzkräfte täglich 5-6 Einsätze. Als Landebahn werden im Outback auch die Highways verwendet. In den Norden hoch auf dem Goldfields Highway sahen wir auch zwei entsprechende Airstrips.

Bis zum nächsten großen Ziel dem Karijini NP lagen nun ca. 1500km vor uns. Auf dieser Fahrt bekommt man ein Gefühl für das riesige menschenleere Outback mit der roten Erde und der kargen Vegetation mit flachem Buschland. Hin und wieder sieht man leichte Hügel, ausgetrocknete Salzseen und Abzweigungen auf ungeteerte Pisten.

Bei Fahrzeugübernahme dachten wir noch, den montierten Fernseher brauch wir eh nicht. Während den langen Tagesfahrten durch das Outback von bis zu sieben Stunden, erfreuten sich die Jungs an Leo Lausemaus, Biene Maja, Feuerwehrmann Sam und den SuperWings. So konnten wir relativ große Strecken an einem Tag zurücklegen. Ein Highlight auf diesem Weg war ein Stop am Wasserspielplatz des kleinen Örtchens Cue. Hier drückte man einfach nur einen Knopf und für 15 Minuten spritzte das Wasser abwechselnd aus verschiedenen Wasserdüsen. Alle fünf erfreuten sich über diese spaßige Abkühlung.

Den Temperaturanstieg in Richtung Norden spürte man deutlich. Trotz der 38°C liefen wir zu den Fortescue Falls. Nach einem kurzen Sprung ins Wasser ging es noch über einen Pfad zum Fern Pool. Matteo fand dies alles sehr spannend und stellte uns unterwegs unendlich viele Fragen. Im Visitor Center konnten sie uns keine weiteren Wanderungen aufgrund der Hitze und mit den drei Kindern empfehlen. Entweder waren die Entfernungen zu groß oder zu schwierig bzw. die Wege in den Schluchten waren einfach zu gefährlich. Den Nachmittag konnten wir dann im Pool des Campingplatzes von Tom Price entspannen. Trotz der anstrengenden, staubigen langen Fahrt hat das Outback doch etwas Besonderes und seinen Reiz. So etwas konnten wir bisher nur in Australien erleben.